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Amtsarzt fordert Prüfung aller Berliner Testzentren

Amtsarzt fordert Prüfung aller Berliner Testzentren

Rund 1600 Teststellen gibt es aktuell in der Hauptstadt
Foto: Sven Meissner

Der Senat ermittelt gegen 89 Teststellen wegen der Nichteinhaltung von Vorschriften. Darunter fallen kleine Probleme wie die Angabe falscher Öffnungszeiten, aber auch falsche Testmethoden und sogar Betrug! Diese alarmierenden Zahl nannte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (54, SPD) gestern im Abgeordnetenhaus.

Von Birgit Bürkner und Stefan Peter

Aktuell gibt es 1600 Teststellen in Berlin – mit einer Kapazität von 5,2 Millionen Tests pro Woche. Bisher wurden insgesamt 6,9 Millionen Tests durchgeführt, dabei 45.000 positive Fälle gefunden. „Nach einer solch starken Wachstumsphase sind wir jetzt in der Phase der Bereinigung“, so Kalayci.

Ein Problem sei, dass bei den Abrechnungen keine Plausibilitätsprüfungen gemacht würden. „Das ist eine Regelungslücke in der Test-Verordnung“, so Kalayci.

Schwere Vorwürfe von Neuköllns Amtsarzt

Amtsarzt fordert Prüfung aller Berliner Testzentren

Neuköllns Amtsarzt Dr. Nicolai Savaskan (Foto: Stefanie Herbst)

Neuköllns Amtsarzt Dr. Nicolai Savaskan (47) macht dem Senat angesichts der Testcenter-Panne schwere Vorwürfe. „Das Problem ist hausgemacht“, sagt er. „Man hätte von Beginn an die Tests nur von medizinischem und therapeutischen Fachpersonal durchführen lassen dürfen.“

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Jetzt fordert Savaskan, vor Zertifizierung einer Teststelle das Personal einer praktischen Prüfung zu unterziehen.

Kritik an Teststelle eines CDU-Abgeordneten

Gesundheitssenatorin Kalayci beklagt unterdessen einen „parteipolitischen Missbrauch“ der Test-Möglichkeiten. Wen sie damit meint: Thomas Heilmann (56, CDU). Der Bundestags-Abgeordnete stellte seinen Wahlkampf-Bus zur Verfügung, bot in Zusammenarbeit mit einer Zehlendorfer Apotheke seit Mitte April kostenlose Tests an. Am Mittwoch entzog die Gesundheitsverwaltung die Zertifizierung. Teststellen müssten politisch und religiös neutral sein.

Amtsarzt fordert Prüfung aller Berliner Testzentren

Steht in der Kritik für seinen Test-Bus: der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann (Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Heilmann zur B.Z.: „Der Senat traut leider den Bürgern nicht zu, zu entscheiden, was sie für richtig halten.“ Die Neutralitäts-Verpflichtung sei nicht haltbar, schließlich gebe es auch Teststellen in Kirchen und Moscheen, betonte der Politiker.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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