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Am Griebnitzsee – Glanz und Elend in den Villen der Schönen und Reichen

Am Griebnitzsee – Glanz und Elend in den Villen der Schönen und Reichen

Der Griebnitzsee hat nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Nach der Wende gab es erbitterten Streit um die Ufergrundstücke
Foto: C.J.Partsch

Wer sich hier ein Domizil errichtete, der wollte sich von der lauten und geschäftigen Großstadt Berlin erholen. Die Villen am Griebnitzsee erzählen viele Geschichten. Ihre Besitzer erlebten am Ufer glückliche Zeiten und schreckliche Katastrophen. Ein neues Buch erzählt davon.

Es ist wunderschön am Griebnitzsee, der in Babelsberg liegt, aber direkt an Wannsee grenzt. Seit 150 Jahren ist das Seeufer eine bevorzugte Wohnlage für die Reichen, Schönen und Mächtigen.

Am Griebnitzsee – Glanz und Elend in den Villen der Schönen und Reichen

Ein Blick in das Atelier von Carl Saltzmann, einem Landschafts- und Marinemaler, der auch am See residierte. Der Künstler seht vor einer Staffelei mit einem noch unfertigen Gemälde (Foto: C.J.Partsch)

Geschrieben hat es der Rechtsanwalt und Kunsthistoriker Dr. Christoph Partsch. Der Autor beschäftigt sich seit Jahren mit der faszinierenden und bewegenden Geschichte der Häuser und vor allem ihrer Bewohner.

„Die Villen am Griebnitzsee spiegeln Glanz und Elend des 20. Jahrhunderts wider. Sie alle sind architektonische Kleinode, viele von bezaubernden Gärten umgeben. Und jede dieser Villen birgt berührende, erstaunliche und manchmal spektakuläre Geschichten.“

Am Griebnitzsee – Glanz und Elend in den Villen der Schönen und Reichen

Das Landhaus in der Virchowstraße 43. Es gehörte Dr. Jakob Goldschmidt, einem deutsch-jüdischen Bankier. 1933 verlor er die Villa (Foto: C.J.Partsch)

Man trifft auf bekannte Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe und Alfred Grenander, einflussreiche Bankiers wie Jakob Goldschmidt und Leinwandstars wie Lilian Harvey. Der Ufa-Star kaufte 1935 die Villa in der Griebnitzstraße 5a am nordöstlichen Ufer. Harvey lud auch jüdische Freunde ein, bis die Gestapo anrückte. 1939 verließ sie Deutschland, ihre Villa sah sie nie wieder.

Der jüdische Kaufmann Max Stern und seine Frau ließen sich 1926 eine Villa am Ufer des Sees bauen. 1934 konnten sie das Land verlassen.

Ihre zweigeschossige Landhaus-Villa hatten sie weit unter Wert verkaufen müssen und auch diese Summe wurde ihnen bei der Ausreise genommen. 1942 wurde das Ehepaar Stern in den Niederlanden verhaftet und in einem Vernichtungslager ermordet.

Als „Kleines Weißes Haus“ wurde die Truman-Villa in der Karl-Marx-Straße 2 berühmt. Der US-Präsident wohnte nur zweieinhalb Wochen während der Potsdamer Konferenz dort.

Es war der Ort, an dem sich Harry S. Truman und Josef Stalin zum ersten Mal begegneten und über die Zukunft Berlins und Deutschlands verhandelten.

Am Griebnitzsee – Glanz und Elend in den Villen der Schönen und Reichen

Die Villen am Griebnitzsee und ihre Geschichte von Christoph Partsch, Sandmann, 48 Euro (Foto: Elisabeth Sandmann Verlag Quelle)

Viele dieser spannenden und wichtigen Geschichten hat Partsch in seinem reich illustrierten Band gesammelt. Man entdeckt die Geschichte eines idyllischen Ortes vor den Toren Berlins.

Er wurde seinen Bewohnern oft zum Paradies, aber in manchen Fällen auch zur Hölle.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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