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13,4 Tage Zahlungsverzug! Berlin buddelt die Rechnungen zu spät aus

13,4 Tage Zahlungsverzug! Berlin buddelt die Rechnungen zu spät aus

Muss zum Teil ein Jahr und länger warten, bis Rechnungen endlich bezahlt werden: Dieter Mießen (59), Kaufmännischer Leiter bei “Frisch & Faust Tiefbau”, hier auf einer Baustelle im Wedding
Foto: Michael Hübner / nurfotos.de

Das Auftragsbuch von Dieter Mießen (59) ist voll. Die Firmenkasse müsste es eigentlich auch sein. Doch wenn es um die pünktliche Honorierung erbrachter Dienstleistungen geht, zeigen sich viele öffentliche Auftraggeber äußerst knausrig.

In unserer Stadt ist die Zahlungsmoral bundesweit am schlechtesten! Im Schnitt 13,4 Tage beträgt der Zahlungsverzug bei der Begleichung von Rechnungen in der Hauptstadt. Und damit gut drei Tage länger als im Bundesschnitt (10,1 Tage) und sogar fast doppelt so lange wie im zügigsten Bundesland Sachsen (7,3). Das zeigt eine aktuelle Creditreform-Studie für das erste Quartal dieses Jahres.

„Teilweise geht es da um sechsstellige Summen“

Im Vorjahresquartal lag der Verzug in Berlin übrigens noch bei 12,7 Tagen. Und damit in etwa wie in Brandenburg (12,6). Doch dieses Frühjahr haben die Märker den Zahlungsverzug immerhin auf 11,5 Tage verkürzt. Offene Rechnungen – am stärksten betroffen ist die Baubranche mit 14,9 Tagen. Im Schnitt, wohl bemerkt!

„Teilweise geht es da um sechsstellige Summen“, so Mießen. „Das macht sich dann schon deutlich in der Liquidität bemerkbar.“ Bei privaten Auftraggebern gebe es „solche extremen Verzögerungen“ hingegen kaum. Das Schlimme: Seit Beginn der Corona-Pandemie habe sich bei der öffentlichen Hand „der Zahlungsverzug weiter verschlechtert“, betont der Chef.

Das belegt auch eine Studie der Fachgemeinschaft (FG) Bau Berlin und Brandenburg: Während im Frühjahr 2020 noch knapp 42 Prozent der Berliner Bau-Firmen die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber als „gut“ bezeichneten, war es dieses Frühjahr nicht mal mehr jede dritte (30,3 Prozent).

Schlechte IT-Ausstattung der öffentlichen Verwaltung

Woran liegt das? „Die Verlängerung des Zahlungsverzugs in Berlin ist aus unserer Sicht vor allem mit der schlechten IT-Ausstattung der öffentlichen Verwaltung zu erklären“, so FG-Bau-Chefin Manja Schreiner (43) zur B.Z. Denn: „Für die Behördenmitarbeiter in Berlin hieß Homeoffice im vergangenen Jahr vielfach, zum Nichtstun zu Hause verurteilt zu sein.“

Und dieser Miss-Zustand scheint noch anzuhalten. Schreiner: „Bei den öffentlichen Auftraggebern ist nach unseren Umfragen die Zahlungsmoral leider noch nicht wieder so gut wie vor der Pandemie.“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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