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1. FC Union erwartet Schlusslicht Schalke 04 : In 14 Monaten in eine neue Fußballwelt

Im November 2019 wirkte Schalke für den 1. FC Union noch mindestens eine Nummer zu groß. Beim vierten Bundesliga-Duell sind die Berliner Favorit.

1. FC Union erwartet Schlusslicht Schalke 04 : In 14 Monaten in eine neue Fußballwelt

Drängen in die Startelf. Unions Joel Pohjanpalo (links) und Schalkes Nabil Bentaleb.Foto: Foto: Maik Hölter/TEAM2sportphot

Im hektischen Alltag mit dem immer gleichen Rhythmus aus Spielen, Reisen, Trainingseinheiten ist es nicht einfach, sich die Schnelllebigkeit des Profifußballs zu vergegenwärtigen. Sehr hilfreich ist dabei meist der Blick in die Vergangenheit und im Falle des 1. FC Union auf einen Tag Ende November 2019. Es ist etwas mehr als 14 Monate her, dass die Berliner und der FC Schalke 04 erstmals in einem Punktspiel aufeinandertrafen. In der ausverkauften Arena auf Schalke gewannen die Gelsenkirchener an einem Freitagabend knapp mit 2:1 und standen über Nacht punktgleich mit Borussia Mönchengladbach an der Spitze der Bundesliga. Unter dem neuen Trainer David Wagner war nach einer schwachen Saison die Euphorie zurück und Schalke träumte schon wieder von der Champions League.

Für Union war die Niederlage durch einen späten Gegentreffer durchaus ärgerlich, aber kein Grund für übermäßigen Missmut. Schalke – das war damals eine ganz andere Liga, ein regelmäßiger Europapokalteilnehmer, der Vizemeister von 2018. Kurz gesagt: Schalke wirkte auf kurze, mittlere und lange Sicht unerreichbar für den kleinen Aufsteiger aus Berlin-Köpenick.

Am Samstag (18.30 Uhr, Sky) trifft Union zum vierten Mal auf den Revierklub und auch wenn nur 14 Monate vergangen sind, findet das Duell im Stadion An der Alten Försterei in einer anderen Fußballwelt statt. Zuschauer sind nicht zugelassen, es herrschen arktische Temperaturen – und die Berliner sind auf dem Papier klarer Favorit.

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Schalke hätte in der Zwischenzeit beinahe den ewigen Sieglos-Rekord von Tasmania eingestellt, ist mit acht Punkten aus 20 Spielen abgeschlagen Tabellenletzter und hat mit Christian Gross schon den vierten Trainer in dieser Saison. Für dessen Landsmann Urs Fischer ändert diese grausame Bilanz des Gegners aber nichts. „Ich habe die Favoritenfrage noch nie beantwortet, weil sie sich für mich nicht stellt“, sagte Fischer.

Unions Schweizer Trainer kennt seit dem Aufstieg in die Bundesliga eigentlich nur noch drei Arten von Spielen: schwierige, sehr schwierige und außerordentlich schwierige. „Wenn ich mir die letzten Spiele anschaue, hat sich Schalke stabilisiert“, sagte Fischer am Donnerstag in der Pressekonferenz vor dem Spiel. „Das wird eine schwierige Aufgabe.“

Wenn man den Blick auf den Gegner mal ausklammert, muss man dem Trainer durchaus recht geben. Denn die personelle Situation der seit vier Spielen sieglosen Berliner ist alles andere als ideal. Stammtorwart Andreas Luthe steht aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie am Samstag nicht zur Verfügung. Für ihn kommt Loris Karius zu seinem Startelfdebüt für Union in der Bundesliga.

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In der Dreierkette muss Fischer auf den gesperrten Nico Schlotterbeck verzichten, auf der linken Seite plagt sich Christopher Lenz immer noch mit muskulären Problemen herum. Dazu kommen die Ausfälle von Sheraldo Becker sowie des Langzeitpatienten Anthony Ujah – und auch Max Kruses Comeback wird trotz großer Fortschritte frühestens in einer Woche zum Thema. Im Sturm könnte es daher eine Startelfchance für Joel Pohjanpalo oder Neuzugang Petar Musa geben.

Doch auch die Schalker haben personelle Probleme. Mit Klaas-Jan Huntelaar und Mark Uth fehlen zwei potenzielle Leistungsträger im Angriff. Wie groß die Abstiegssorgen bei den Gelsenkirchenern sind, zeigt die wohl von Verzweiflung getriebene Begnadigung von Nabil Bentaleb. Der Algerier war im November zum bereits fünften Mal suspendiert worden, nun könnte er gleich in die Startelf rücken. „Wir haben keine Zeit mehr“, sagte Gross zu der Personalie. Ein weiterer Beweis für die Schnelllebigkeit des Profifußballs.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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